Conversion · Aktualisiert am · 12 Min.

Conversion Rate der Website: warum mehr Besucher selten die Antwort sind

Die Conversion Rate ist die ehrlichste Kennzahl einer Website, weil sie sich nicht schönreden lässt. Sie sagt nur eines: Von hundert Leuten, die da waren, haben so viele getan, was sie tun sollten. Alles Weitere ist Auslegung.

Alexander HertiGründer von Business Growth Solutions

Kurz gesagt

Die Conversion Rate einer Website ist der Anteil der Besucher, die das gewünschte Ziel erreichen: Conversions geteilt durch Besucher mal 100. 30 Anfragen bei 2.000 Besuchern ergeben 1,5 Prozent. Für B2B-Dienstleister zählt vor allem der gebuchte Termin oder die Anfrage, getrennt nach Traffic-Quelle gemessen, und verbessert wird zuerst die Seite, dann die Reichweite.

Goldener Drahtgittertrichter vor schwarzem Grund, in den viele helle Lichtpunkte fallen und aus dem unten nur wenige grosse goldene Kugeln austreten, Sinnbild fuer die Conversion Rate einer Website

Definition und Formel: so berechnen Sie die Conversion Rate

Die Conversion Rate ist der Anteil der Besucher einer Seite, die eine festgelegte Zielhandlung ausführen. Die Formel ist denkbar einfach: Conversion Rate = Conversions ÷ Besucher × 100.

Ein Beispiel: Ihre Leistungsseite hatte im letzten Monat 2.000 Besucher, 30 davon haben eine Anfrage geschickt. 30 geteilt durch 2.000 ergibt 0,015, mal 100 sind das 1,5 Prozent. Haben von diesen 30 Anfragenden 12 direkt einen Termin im Kalender gebucht, liegt die Conversion Rate für gebuchte Termine bei 0,6 Prozent. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten nur verschiedene Fragen.

Wichtig ist, was im Nenner steht. Sie können Besucher (Nutzer) oder Sitzungen zählen. Wer dreimal wiederkommt und beim dritten Mal anfragt, ist ein Nutzer, aber drei Sitzungen. Die sitzungsbasierte Rate fällt deshalb fast immer niedriger aus. Entscheiden Sie sich für eine Variante und bleiben Sie dabei, sonst vergleichen Sie Monat für Monat zwei verschiedene Kennzahlen.

Faustregel: Rechnen Sie die Conversion Rate nie über die ganze Website, sondern pro Seitentyp und pro Traffic-Quelle. Ein Durchschnitt über Blog, Startseite und Landingpage sagt nichts aus.

Erst festlegen, was überhaupt zählt: Makro- und Mikro-Conversions

Bevor über Verbesserung geredet werden kann, muss klar sein, was gezählt wird. Auf einer B2B-Seite ist das fast nie ein Kauf, sondern ein gebuchter Termin, eine Anfrage oder ein Anruf. Das sind die Makro-Conversions, also die Handlungen, für die die Seite existiert.

Daneben gibt es Mikro-Conversions: kleinere Schritte, die zeigen, dass jemand in die richtige Richtung geht. Sie sind nützlich zur Diagnose, aber kein Ersatz für das eigentliche Ziel.

  • Makro: Terminbuchung im Kalender, abgeschicktes Anfrageformular, Klick auf die Telefonnummer mit anschließendem Anruf, Angebotsanfrage.
  • Mikro: Kalender geöffnet, aber nicht gebucht, Formular begonnen, Preisseite oder Fallbeispiel aufgerufen, Whitepaper heruntergeladen, Newsletter abonniert.
  • Keine Conversion: Verweildauer, Seitenaufrufe und Scrolltiefe. Das sind Verhaltensdaten, die helfen zu verstehen, aber nichts, worauf man optimiert.

Newsletter-Anmeldungen und Downloads gehören in eine eigene Zeile, weil sie ein anderes Versprechen sind. Wer alles zusammenzählt, bekommt eine Zahl, die gut aussieht und nichts steuert. Fünf Prozent klingen ordentlich, bis auffällt, dass davon vier Prozent Broschüren-Downloads sind und ein Prozent echte Anfragen.

Ein zweiter Punkt, der oft fehlt: Zählen Sie getrennt nach Herkunft. Besucher aus einer Anzeige, aus der Suche und aus einer E-Mail verhalten sich so unterschiedlich, dass ein gemeinsamer Durchschnitt beide Gruppen unsichtbar macht.

Conversions in GA4 messen: Key Events sauber anlegen

In Google Analytics 4 heißen Conversions inzwischen Key Events. Das Prinzip bleibt gleich: Sie erfassen ein Ereignis und markieren es als besonders wichtig. Standard-Properties erlauben bis zu 30 solcher Key Events, das reicht für jede B2B-Seite, wenn man diszipliniert bleibt.

  1. Legen Sie fest, welche zwei oder drei Handlungen Makro-Conversions sind, und schreiben Sie das auf, bevor Sie etwas einrichten.
  2. Lösen Sie für jede davon ein eigenes Ereignis aus, etwa beim Erreichen der Danke-Seite nach dem Formular oder bei der Bestätigung im eingebundenen Buchungstool. Das Laden der Formularseite ist keine Conversion.
  3. Markieren Sie diese Ereignisse in der Verwaltung unter Ereignisse als Key Event. Mikro-Conversions bleiben normale Ereignisse, damit sie Berichte und Gebotsstrategien nicht verwässern.
  4. Prüfen Sie jedes Key Event einmal selbst mit einer Testanfrage und vergleichen Sie nach vier Wochen die Zahl in GA4 mit der Zahl in Ihrem Postfach oder CRM.

Der letzte Schritt ist der wichtigste. Die Differenz zwischen Analytics und Postfach zeigt Ihnen, wie viel Ihrer Messung fehlt, und damit, wie belastbar jede weitere Zahl in diesem Artikel für Ihre Seite ist.

Consent, Consent Mode und serverseitiges Tracking: die Messlücke in der EU

In der EU dürfen Analyse- und Werbe-Cookies erst nach Einwilligung gesetzt werden. Wer den Cookie-Banner ablehnt, taucht in einer klassischen Einrichtung gar nicht auf, und zwar weder als Besucher noch als Conversion. Welcher Anteil zustimmt, ist Ihre Consent-Rate, und die schwankt je nach Banner, Zielgruppe und Gerät erheblich.

Das verzerrt die Conversion Rate auf zwei Arten. Erstens fehlen absolute Zahlen: GA4 zeigt weniger Anfragen, als in Ihrem Postfach ankommen. Zweitens stimmt die Rate nicht zwingend, weil Menschen, die zustimmen, sich anders verhalten können als Menschen, die ablehnen. Wer den Banner neu gestaltet und danach eine steigende Conversion Rate sieht, hat vielleicht nur die Messung verändert, nicht die Seite.

Googles Consent Mode mildert das. Im Basis-Modus werden Google-Tags erst nach Zustimmung geladen. Im erweiterten Modus laden sie sofort mit abgelehnten Standardwerten und senden ohne Cookies Signale, aus denen Google fehlende Conversions modelliert. Modellierte Zahlen sind Schätzungen und setzen genug Datenvolumen voraus, sie ersetzen keine Zählung. Ob der erweiterte Modus für Ihr Unternehmen rechtlich passt, klären Sie mit Ihrem Datenschutzberater.

Serverseitiges Tagging ist der nächste Schritt: Die Daten laufen zuerst über einen eigenen Server und erst von dort zu Analytics oder Werbeplattformen. Das kann Ladezeit sparen, weil weniger Skripte im Browser laufen, und gibt Ihnen mehr Kontrolle darüber, welche Daten weitergegeben werden. Eine Einwilligung ersetzt es nicht. Solche Setups richten wir beim Bau von Websites direkt mit ein.

Die verlässlichste Zahl für Makro-Conversions auf einer B2B-Seite ist nicht Analytics, sondern Ihr CRM oder Postfach. Nehmen Sie Analytics für Verhältnisse und Trends, die eigene Zählung für die absolute Wahrheit.

Welche Conversion Rate für B2B-Websites normal ist

Die Frage kommt in jedem Erstgespräch, und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine allgemeingültige Zahl. Für B2B-Dienstleistungen mit erklärungsbedürftigem Angebot bewegen sich Anfragen und Terminbuchungen bei den meisten Seiten, die wir sehen, im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bei kaltem Anzeigen-Traffic liegt es darunter, bei Besuchern, die Ihren Namen gesucht haben, deutlich darüber.

Die folgende Tabelle ist deshalb ausdrücklich keine Studie und kein Branchenwert, sondern eine grobe Orientierung aus unserer Projekterfahrung. Die Spannen sind bewusst breit, weil Angebot, Preis und Zielgruppe mehr ausmachen als jede Durchschnittszahl.

Grobe Orientierung aus Projekterfahrung für erklärungsbedürftige B2B-Dienstleistungen, keine erhobenen Daten. Ihre eigene Vorperiode ist der bessere Vergleich.
Traffic-Quelle und SeitentypAnfrage (Erfahrungswert)Gebuchter Termin (Erfahrungswert)
Markensuche auf Startseite oder Leistungsseite3-10 %1-5 %
Organische Suche auf Leistungsseite1-4 %0,5-2 %
Organische Suche auf Blogartikel0,1-1 %unter 0,5 %
Suchanzeigen auf Landingpage1-5 %0,5-3 %
Kalter Social-Traffic auf Landingpage0,3-2 %0,2-1 %
E-Mail oder Empfehlung auf Landingpage2-10 %1-5 %

Genau deshalb ist der Vergleich mit einer Branchenzahl aus einem Blogbeitrag wertlos, auch mit dieser Tabelle. Die einzige Vergleichsgröße, die etwas taugt, ist Ihre eigene Zahl im letzten Quartal, aufgeteilt nach Herkunft.

Und die Rate allein entscheidet nichts. Eine Seite mit einem Prozent und Aufträgen im fünfstelligen Bereich schlägt eine Seite mit fünf Prozent und Kleinaufträgen. Was ein Termin wert sein darf, rechnen wir hier vor: Was darf ein B2B-Termin kosten.

Wo es wirklich klemmt: vier Stellen

Es gibt vier Stellen, an denen Besucher verloren gehen, und sie brauchen völlig verschiedene Antworten. Erstens vor der Seite: Die Anzeige oder das Suchergebnis verspricht etwas anderes, als die Seite hält. Dann ist die Seite nicht schuld, und kein Button rettet das.

Zweitens beim Aufbau: Wer wegen Ladezeit abspringt, sieht Ihr Angebot nie. Drittens beim Verstehen: Die Seite lädt, wird gelesen, und nach dreißig Sekunden ist immer noch unklar, für wen das gedacht ist. Viertens beim Tun: Alles ist verstanden, aber das Formular will neun Felder oder der Kalender zeigt keinen Termin in dieser Woche.

Diese vier auseinanderzuhalten ist die eigentliche Arbeit. Der übliche Fehler ist, bei Problem eins oder drei an Stelle vier zu schrauben, also die Button-Farbe zu ändern, während der Text das Problem ist.

Ladezeit und Core Web Vitals als Conversion-Faktor

Die zweite Stelle, die Ladezeit, ist die einzige, die sich gut objektiv messen lässt. Google fasst sie in den Core Web Vitals zusammen und nennt für eine gute Nutzererfahrung drei Schwellen, gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe:

  • Largest Contentful Paint (LCP): Der größte sichtbare Inhalt steht nach höchstens 2,5 Sekunden.
  • Interaction to Next Paint (INP): Die Seite reagiert auf Klicks und Eingaben in höchstens 200 Millisekunden.
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Das Layout verschiebt sich kaum, der Wert liegt bei höchstens 0,1.

Dass Geschwindigkeit Geld bewegt, ist gut belegt. Die von Google beauftragte Studie „Milliseconds Make Millions“ von 55 und Deloitte hat 37 Marken-Websites mit über 30 Millionen mobilen Sitzungen ausgewertet. Bei Lead-Generierungsseiten war der größte beobachtete Effekt einer um 0,1 Sekunden schnelleren Seite ein Plus von 21,6 Prozent bei den Nutzern, die bis zur Formularseite kamen. Das waren keine B2B-Dienstleister und es ist eine Korrelation, aber die Richtung ist eindeutig.

Die häufigsten Bremsen auf B2B-Seiten sind unkomprimierte Hero-Bilder und Videos, zu viele Tracking- und Chat-Skripte, schwere Baukasten-Themes und ein Buchungskalender, der die ganze Seite blockiert. Prüfen Sie Ihre Seite mit PageSpeed Insights auf dem Handy, nicht nur am Desktop. Wie wir Tempo und Gestaltung zusammen denken, beschreiben wir in Modernes UX/UI Design.

Womit man das sieht, ohne teure Werkzeuge

Drei Quellen reichen für den Anfang. Erstens die Verweildauer im Verhältnis zur Textlänge: Wenn die Leute im Schnitt fünfzehn Sekunden bleiben, wurde nicht gelesen, sondern weggeklickt. Zweitens die Scrolltiefe: Wenn kaum jemand bis zum Angebot kommt, ist der obere Teil das Problem.

Drittens, und das ist die unterschätzte Quelle: die Anfragen selbst. Wenn in jeder zweiten Anfrage dieselbe Frage steht, beantwortet Ihre Seite sie nicht. Das ist die billigste Conversion-Analyse, die es gibt, und sie liegt bereits in Ihrem Postfach.

Was Sie dafür nicht brauchen: ein Heatmap-Abo, ein Testwerkzeug und eine Agentur für multivariate Tests. Für seriöse A/B-Tests braucht es Fallzahlen, die die meisten B2B-Seiten im Monat nicht erreichen. Wie viele genau, steht weiter unten.

Die Änderungen, die am häufigsten etwas bringen

Erstens: Felder streichen. Jedes Pflichtfeld kostet Abschlüsse. Name und E-Mail reichen fast immer, alles Weitere fragen Sie im Gespräch. Telefonnummer als Pflichtfeld ist der teuerste Einzelposten, den wir regelmäßig sehen.

Zweitens: den nächsten Schritt konkret benennen. Nicht Kontakt aufnehmen, sondern was passiert und wie lange es dauert. Zwanzig Minuten, kostenlos, ohne Verkaufsdruck sagt einem Leser mehr als jedes Adjektiv über Ihr Unternehmen.

Drittens: den Preisrahmen nennen, wenigstens als Spanne oder als Untergrenze. Das kostet Sie Anfragen von Leuten, die ohnehin nicht gekauft hätten, und erhöht den Anteil brauchbarer Gespräche deutlich. Viertens: Belege dorthin, wo die Entscheidung fällt, also Bewertungen und Fälle direkt neben den Button und nicht auf eine eigene Unterseite.

Fünftens: den Kalender direkt einbinden. Wer nach der Anfrage erst auf eine Rückmeldung warten muss, kühlt ab. Ein eingebetteter Kalender mit freien Terminen in den nächsten Tagen nimmt diese Wartezeit heraus. Er muss allerdings schnell laden und echte, nahe Termine zeigen, sonst wird er selbst zur Hürde.

Checkliste: Conversion-Optimierung für B2B-Websites

Diese Punkte gehen wir bei jeder bestehenden Seite durch, ungefähr in dieser Reihenfolge. Die ersten drei betreffen die Messung, denn ohne sie ist jede weitere Änderung ein Blindflug.

  1. Makro- und Mikro-Conversions schriftlich festgelegt und getrennt ausgewertet.
  2. Key Events in GA4 eingerichtet, getestet und mit Postfach oder CRM abgeglichen.
  3. Consent-Rate bekannt, Consent Mode korrekt eingebunden, Messlücke beziffert.
  4. Conversion Rate pro Traffic-Quelle und Seitentyp statt als Gesamtdurchschnitt.
  5. Anzeige, Suchergebnis und Seitenüberschrift versprechen dasselbe.
  6. Im ersten Bildschirm steht, für wen das Angebot ist und welches Problem es löst.
  7. Core Web Vitals auf dem Handy im grünen Bereich.
  8. Ein Hauptweg pro Seite, der nächste Schritt wiederholt sich nach jedem größeren Abschnitt.
  9. Der Button beschreibt, was passiert, zum Beispiel „20-Minuten-Gespräch buchen“ statt „Absenden“.
  10. Formular mit höchstens drei bis vier Feldern, Telefonnummer optional.
  11. Kalender eingebunden, mit freien Terminen in den nächsten Tagen.
  12. Belege wie Kundenstimmen, Logos und Fallbeispiele direkt neben dem Button.
  13. Preisrahmen oder Einstiegspreis genannt.
  14. Häufige Einwände aus echten Anfragen auf der Seite beantwortet.
  15. Danke-Seite mit klarem nächsten Schritt, damit aus der Anfrage ein Termin wird.

Wann A/B-Tests sinnvoll sind und wann nicht

Ein A/B-Test zeigt zwei Versionen einer Seite zufällig verteilt und vergleicht die Conversion Rate. Das ist sauber, aber nur mit genug Daten. Wie viele Besucher Sie brauchen, hängt von Ihrer aktuellen Rate ab und davon, wie große Unterschiede Sie erkennen wollen. Die Tabelle nennt ungefähre Werte pro Variante, berechnet mit der üblichen Formel für den Vergleich zweier Anteile.

Besucher pro Variante, gerundet. Annahmen: zweiseitiger Test, 95 % Konfidenz, 80 % Teststärke, relative Steigerung gegenüber der aktuellen Rate. Für den gesamten Test verdoppeln sich die Zahlen.
Aktuelle Conversion Rate+20 % relativ+30 % relativ+50 % relativ
1 %ca. 42.700ca. 19.800ca. 7.800
2 %ca. 21.100ca. 9.800ca. 3.800
3 %ca. 13.900ca. 6.500ca. 2.500
5 %ca. 8.200ca. 3.800ca. 1.500

Ein Rechenbeispiel: Ihre Landingpage hat 2.000 Besucher im Monat und konvertiert zu 2 Prozent. Um eine Steigerung auf 3 Prozent, also plus 50 Prozent, sicher zu erkennen, brauchen Sie rund 3.800 Besucher pro Variante, zusammen etwa 7.700. Das sind knapp vier Monate für einen einzigen Test, und das nur für einen großen Effekt. Kleinere Verbesserungen um 20 Prozent würden fast zwei Jahre dauern.

Für die meisten B2B-Seiten heißt das: A/B-Tests lohnen sich erst bei mehreren tausend Besuchern pro Monat auf derselben Seite, und dann für mutige Änderungen wie ein anderes Angebot oder eine andere Überschrift, nicht für Button-Farben. Darunter arbeiten Sie besser mit Vorher-nachher-Vergleichen über längere Zeiträume, mit den Fragen aus echten Anfragen und mit fünf Gesprächen mit Kunden, die Ihnen sagen, was sie auf der Seite gesucht haben.

Warum mehr Traffic das Problem verschiebt

Die Rechnung ist unangenehm einfach. Bei einem Prozent Conversion kostet jede Verdopplung der Anfragen eine Verdopplung des Budgets. Steigt die Rate von einem auf zwei Prozent, verdoppeln sich die Anfragen bei gleichem Budget. Das eine ist eine dauerhafte Kostensteigerung, das andere ein einmaliger Aufwand.

Deshalb ist die Reihenfolge fast immer dieselbe: erst die Seite, dann die Reichweite. Wer eine Kampagne auf eine Seite schaltet, die den nächsten Schritt versteckt, kauft teuer ein, was danach verloren geht.

Das gilt auch andersherum. Eine sehr gute Seite ohne Besucher bleibt eine sehr gute Seite ohne Besucher. Beide Seiten der Rechnung müssen stimmen, nur eben in dieser Reihenfolge, weil die zweite die erste nicht heilt.

Was wir daraus gemacht haben

Wir bauen Seiten von hinten, also vom nächsten Schritt aus. Ein Hauptweg, so wenige Felder wie möglich, Belege neben dem Button, und der Kalender direkt auf der Seite statt hinter einem weiteren Klick. Seit 2023 haben wir für Kunden über 2.000 Termine gebucht, und die Lehre daraus ist immer dieselbe: Gewonnen wird dort, wo der nächste Schritt am wenigsten Mühe macht.

Wenn Sie eine bestehende Seite haben und nicht wissen, an welcher der vier Stellen Sie verlieren, ist das in zwanzig Minuten meistens einzugrenzen. Was wir beim Bau von Seiten übernehmen, von der Messung bis zum eingebundenen Kalender, steht auf der Seite zu Websites. Für ein erstes Gespräch über Ihre Zahlen erreichen Sie uns über den Kontakt.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Conversion Rate für B2B-Websites?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Für erklärungsbedürftige B2B-Dienstleistungen liegen Anfragen und Terminbuchungen nach unserer Erfahrung meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich, bei kaltem Anzeigen-Traffic darunter, bei Besuchern aus der Markensuche deutlich darüber. Aussagekräftiger als jeder Branchenwert ist der Vergleich mit Ihrer eigenen Vorperiode, getrennt nach Traffic-Quelle und Seitentyp. Und die Rate allein entscheidet nichts: Ein Prozent mit großen Aufträgen kann mehr wert sein als fünf Prozent mit kleinen.

Wie berechne ich die Conversion Rate meiner Website?

Teilen Sie die Zahl der Conversions durch die Zahl der Besucher und multiplizieren Sie mit 100. Beispiel: 30 Anfragen bei 2.000 Besuchern ergeben 30 ÷ 2.000 × 100 = 1,5 Prozent. Legen Sie vorher fest, ob Sie Besucher oder Sitzungen zählen, denn die sitzungsbasierte Rate fällt niedriger aus. Rechnen Sie außerdem getrennt nach Seitentyp und Traffic-Quelle und für jede Makro-Conversion einzeln, also Anfragen und gebuchte Termine nicht zusammenwerfen.

Warum ist meine Conversion Rate so niedrig?

Meist liegt es an einer von vier Stellen: Die Anzeige verspricht etwas anderes als die Seite, die Seite lädt zu langsam, nach dreißig Sekunden ist unklar, für wen das Angebot ist, oder der nächste Schritt ist zu mühsam, etwa durch lange Formulare. Prüfen Sie außerdem die Messung: Eine niedrige Consent-Rate oder falsch eingerichtete Key Events lassen die Rate schlechter aussehen, als sie ist. Vergleichen Sie deshalb GA4 immer mit Postfach oder CRM.

Zählen Newsletter-Anmeldungen als Conversion?

Ja, aber als Mikro-Conversion, nicht als Makro-Conversion. Eine Newsletter-Anmeldung zeigt Interesse, ist aber ein anderes Versprechen als eine Anfrage oder ein gebuchter Termin. Werten Sie sie deshalb in einer eigenen Zeile aus und markieren Sie sie in GA4 nicht als Key Event, wenn Sie auf Anfragen optimieren. Wer Anmeldungen und Anfragen zusammenzählt, bekommt eine Zahl, die gut aussieht, aber keine Entscheidung mehr steuert.

Wie viele Besucher brauche ich für einen A/B-Test?

Mehr, als die meisten B2B-Seiten haben. Bei einer Conversion Rate von 2 Prozent brauchen Sie für eine erkennbare Steigerung um 50 Prozent rund 3.800 Besucher pro Variante, für 20 Prozent schon rund 21.100. Das gilt bei 95 Prozent Konfidenz und 80 Prozent Teststärke und ist eine Näherung. Unter einigen tausend Besuchern pro Monat auf derselben Seite sind Vorher-nachher-Vergleiche, Kundengespräche und die Auswertung echter Anfragen meist die bessere Wahl.

Verbessert ein eingebetteter Buchungskalender die Conversion Rate?

Oft ja, weil er die Wartezeit zwischen Anfrage und Termin streicht und der Besucher sofort sieht, wann es weitergeht. Wir binden den Kalender deshalb in der Regel direkt auf der Seite ein statt hinter einem weiteren Klick. Zwei Bedingungen gelten aber: Er muss schnell laden und darf die Seite nicht ausbremsen, und er muss echte freie Termine in den nächsten Tagen zeigen. Ein Kalender, der erst in drei Wochen etwas anbietet, schreckt eher ab.

Quellen

  1. Google Analytics Hilfe: Ereignisse als Key Events markieren
  2. Google for Developers: Consent Mode im Überblick
  3. Google for Developers: Serverseitiges Tagging mit Google Tag Manager
  4. web.dev: Web Vitals
  5. web.dev: Milliseconds make millions (Studie von 55 und Deloitte im Auftrag von Google)
  6. Evan Miller: Sample Size Calculator für A/B-Tests

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